Geschichte der NS-Zeit wurde erlebbar
Am 04. Februar 2026 war der Zeitzeuge Horst Bernard der Einladung von Pfarrerin Anette Weber ins TGSBBZ Neunkirchen in eine Klasse aus dem 2. Ausbildungsjahr im Baubereich (BBS11.1) gefolgt und berichtete dort über seine Erlebnisse während des Nazi-Regimes.
Die Schüler hatten zuvor im Religionsunterricht das Thema „Willi Graf“ mit dem Schwerpunkt des Widerstandes im „Dritten Reich“ behandelt.
Horst Bernard, der jüdische Vorfahren hat, floh als kleiner Junge nach der Saarabstimmung 1935 mit seiner Familie nach Frankreich, da seine Eltern durch den Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich Verfolgung und Repressalien befürchten mussten. Ein Jahr später flüchteten sie nach Südfrankreich, wo sie durch die Unterstützung von Nachbarn, Lehrern und Widerständlern unentdeckt blieben. Nach dem 2. Weltkrieg kehrten sie nach Saarbrücken zurück.
Durch die Erzählungen von Horst Bernard wurde Vergangenheit lebendig. „Da bekommt Geschichte ein Gesicht“ sagte ein Schüler der Klasse. Als Zeitzeuge nahm Horst Bernard authentisch zu Fragen der Auszubildenden zu seiner Rückkehr und seinem nicht ganz einfachen Wiederankommen in Saarbrücken nach dem 2. Weltkrieg Stellung. Er war Französisch-Muttersprachler und musste zunächst Saarbrücker Mundart und dann Hochdeutsch lernen.
Begleitet und unterstützt wurde Horst Bernard bei seinem Besuch durch Michelle Anna Zimmer vom Adolf-Bender-Zentrum, das die Veranstaltung organisiert hat.